Der Neubau von Johannes Saurer für eine junge Familie ist geschickt in die offene Bebauung an leichter Hanglage eingefügt und setzt einen zeitgemässen Akzent im Wohnquartier. Trotz einfacher Kubatur überrascht der zweischalige Betonbau mit räumlichen Verschränkungen, grosszügigen Aussenräumen und wunderbaren Ausblicken auf die Stockhornkette.
Architektur
Der Neubau von Johannes Saurer liegt am Dorfeingang direkt an der Hauptstrasse. Der Baukörper ist auf dem höchsten Punkt der leicht abfallenden Parzelle platziert, deren zusammenhängender Aussenraum sich durch einen üppigen Baumbestand auszeichnet. Durch das Belassen des natürlichen Terrainverlaufs entlang der Fassaden und die Platzierung längs zu den Höhenlinien unterstützen die Integration des neuen Baukörpers ins Ortsbild. Das allseitig vorspringende Satteldach mit sichtbaren Pfetten wird zu einem charakteristischen und ortstypischen Element für das Gebäude, dessen einfache Kubatur als Split-Level konzipiert ist. Die topographischen Eigenheiten des Ortes werden durch diese räumlichen Verschränkungen auch im Inneren spürbar. Gezielt gesetzte Lochfenster und grosszügige Glasfronten wechseln sich je nach Funktion und Ausrichtung der Räume ab und gewähren einen wunderbaren Ausblick auf die Stockhornkette. Natur und Architektur werden dank der grosszügigen Balkone und Terrassen fliessend miteinander in Beziehung gesetzt.
Tragwerkskonzept
Das Einfamilienhaus wurde als nicht unterkellerter Massivbau erstellt. Die Bodenplatte verteilt die Lasten flächig auf den Baugrund. Alle Bauteile sind tragend und vor Ort betoniert worden. Die Decken weisen Spannweiten von drei bis sieben Metern auf. Die Aussenwände sind zweischalig konzipier: Die Aussenschale ist mit Hilfe von Zugankern an den Deckenstirnen befestigt. Die Innenwände dienen nicht nur der vertikalen Lastabtragung und Aussteifung, sondern sind teilweise als Träger zur Überbrückung grösserer Spannweiten ausgebildet.
Beton
Das Schalungsbild wurde nach Vorgaben des Architekten umgesetzt und entspricht dem Schalungstyp 4.1.4 der Schweizer Norm. Aussen und Innen wurden liegende Schaltafeln im Standardformat 250 x 50 cm regelmässig und mit Rücksicht auf Öffnungen und Installationen angeordnet. Die Stösse laufen vertikal und horizontal durch, die Bindstellen wurden flächenbündig mit Beton geschlossen. Im Innern wird der scharfkantige Sichtbeton durch Schreinerarbeiten in Nussbaum kontrastiert. Zudem wurden die verwendeten Materialien roh belassen sowie auf Zusatzstoffe, Nachbehandlungen und Verkleidungen wurde verzichtet.
Energie & Nachhaltigkeit
Die zweischalige Ausbildung der Aussenwände erlaubt es, die Masse und Dichte der Decken und Innenwände als passive, thermische Energiespeicher zu nutzen. Die Temperaturdifferenzen eines heissen Sommertages können so ebenso ausgeglichen werden wie die Unterschiede der Jahreszeiten. Das spart im Winter Kosten für die Heizung und im Sommer für die Kühlung – und Situation schafft zudem in Innenräumen ein hohes Mass an Behaglichkeit.
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