Innerhalb eines ehemaligen Klosters in Muri AG steht das Wohnheim Roth-Haus, das im Rahmen des Projekts „intra muros“ von camponovo baumgartner umgebaut und erweitert wurde. Im Fokus des Bauvorhabens stand – wie schon der Name besagt – die ehemaligen Klostermauern zu stärken und somit der Geschichte der Anlage wieder mehr Bedeutung zugeben.
Mitte der Neunzigerjahre wurde das Roth-Haus fundamental umgebaut, um den räumlichen Ansprüchen eines Behindertenheims gerecht zu werden. Dabei wurde das Haus bis auf die Fassade und den Dachstuhl entkernt. Schliesslich stand mit der Erweiterung knapp dreissig Jahre später die nächste grosse Erneuerung an.
Im Spannungsfeld zwischen historischer Umgebung und zeitgenössischen Ansprüchen sollte das Wohn- und Beschäftigungsheim für Erwachsene mit Behinderungen umgebaut und erweitert werden. Entstanden ist ein viergeschossiger, monolithischer Anbau, der aus dem Altbau herauswächst. Der langgezogene Anbau stärkt die Umfriedung, indem er auf der einstigen Klostermauer steht. Gleichzeitig schafft der Neubau mit seinem schmalen Volumen Raum für die Grünanlage davor.
Der bestehende Bau liess sich ohne tiefe Eingriffe bis auf die Tragstruktur aus den Neunzigerjahren zurückbauen, dessen punktuelles Tragsystem den Architekten Freiheiten erlaubte. Demnach konnten sie z. B. die geschwungene Form des Neubaus im Altbau weiterführen.
Gleichzeitig gewährleistet der minimale Anbau im Inneren eine maximale Räumlichkeit, in dem sich die Idee des Kontinuums fortsetzt. Eine lange, geschwungene Wand ermöglicht fliessende Fortbewegung, gerade mit Rollstühlen. Die Materialisierung zeichnet sich durch die Haptik und die natürlichen Materialien aus: Die innere Haut aus Kalkputz verleitet zum Anfassen oder auch der in eine Richtung verlegte Riemenparkettboden zum Hinlegen.
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Text: camponovo baumgartner